Die Geschichte von Karl-Heinz Pantke erfährt Dank einer großen Reportage in der Süddeutschen Zeitung viel Aufmerksamkeit. Herr Pantke erlitt im Alter von 39 Jahren einen Stammhirninfarkt mit Locked-in-Syndrom, einen schweren Schlaganfall, der zu einer völligen Lähmung bei klarem Verstand führte. In seinem Erfahrungsbericht, 1999 im Mabuse-Verlag erschienen, schildert er anschaulich die verschiedenen Phasen der Erkrankung, die Behandlung und den „langen Weg zurück ins Leben“. „Locked in – Gefangen im eigenen Körper“ steht am Anfang einer langen Reihe von Erfahrungsberichten im Verlagsprogramm. Es beschreibt eindrucksvoll die Perspektive eines für tot Erklärten und zeigt dabei auch, dass das medizinisch Mögliche zu oft am lieben Geld scheitert. Das hat das Profil unserer Erfahrungsberichte geprägt: Sie weisen über das individuelle Schicksal hinaus und eröffnen neue Perspektiven für Betroffene, Angehörige, Gesundheitsprofis.
Aus gegebenem Anlass ist „Locked in“ unser Buch des Monats. Hier bilden wir einen Brief des Autors aus dem Jahr 1995 ab, in dem sich für seinen Verbleib im Krankenhaus und die Fortsetzung der Rehabilitation einsetzt. Der Wortlaut:
„Lieber Herr Dr. ***,
da ich z. Z. mich nur schlecht verbal äußern
kann, jedoch im Vollbesitz meines Willens bin, gebe ich
vollgende Erklärung ab. Mir gefällt es hier sehr gut, und ich
möchte hierbleiben bis ich wieder laufen kann. Sie haben mir den
ersten Schritt aus der Hölle gewiesen, weitere
werden folgen. Ich werde Ihnen rechtzeitig Bescheid geben in
welche Klinik, ich danach gehe.
Vielen Dank und mit
freundlichen Grüßen
Dr. K.-H. Pantke“