Auf dem Weg zur Abschaffung der Mutterschaft?

Deutschsprachige Gynäkologie 1920-1939

Magdalene Heuvelmann
24,00 €
  • Verlag: Mabuse
  • Umfang: 227 Seiten
  • Erscheinungsjahr: 1999
  • Bestellnummer: 01232
  • ISBN: 9783933050328
  • lieferbar
Ausgehend von der These, daß weibliche Mutterschaft immer mehr - unter anderem über die Kontrollmechanismen der "Schwangerenvorsorge" und pränatalen Diagnostik - von einer >männlichen< Wissenschaft durchdrungen wird, stellt die vorliegende Arbeit die Frage nach der Funktion der Gynäkologie in diesem übergreifenden Prozeß. Die "Wissenschaft vom Weib" der 20er und 30er Jahre steht im Mittelpunkt der quantitativen und qualitativen Analyse des akademischen gynäkologischen Diskurses über Mutterschaft. Zugespitzt lautet die Leitfrage der Autorin, ob sich die Gynäkologie bereits damals als eine 'bessere' Mutter sieht, als es eine leibliche je sein könnte. Nach diesem Buch, das neue und aufschlußreiche Informationen über das Verhältnis der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und ihrer Mitglieder zum Nationalsozialismus enthält, kann diese eindeutig bejaht werden: Bereits im Zeitraum von 1920 bis 1939 wurden Bestrebungen zur Erfassung aller schwangeren Frauen durch gynäkologische Fachärzte formuliert - ein Ergebnis, das angesichts der fortschreitenden Entwicklung der Gen- und Reproduktionstechnologien auch eine aktuelle Brisanz in sich trägt.

Magdalene Heuvelmann
Magdalene Heuvelmann, geb. 1959, Studium der Geschichte, Pädagogik und Sozialwissenschaften an den Universitäten Münster, Bielefeld und Pau (Frankreich). Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeiten: Frauen- und Sozialgeschichte und Frauenforschung. Seit 1999 selbstständige Tätigkeit als freiberufliche wissenschaftliche Journalistin für historische Auftragsarbeiten.
 
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