Sexualität und Judentum

Medizin und Judentum, Band 14

Hrsg.: Caris Petra Heidel
44,95 €
  • Verlag: Mabuse
  • Umfang: 352 Seiten
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • Bestellnummer: 202415
  • ISBN: 9783863214159
  • lieferbar
Der Tagungsband widmet sich der Sexualität als einer im und vom Judentum geprägten Wertvorstellung, also einer jüdischen Sexualmoral bzw. -ethik. Die AutorInnen nehmen Stellung zur Herkunft, Ursache, Begründung und Tradierung jüdischer Sexualmoral sowie ihrem kultur- und epochenabhängigen Fortwirken, ihrer etwaigen Rezeption und Auswirkung auf konzeptionelle und praktische (Neu-)Orientierung im Sozial- und Gesundheitswesen bzw. -politik oder auch ihrer Ideologisierung und Politisierung, Ausnutzung oder gar Pervertierung zur Rechtfertigung wissenschaftstheoretischer (vererbungsbiologischer) Auffassungen und politischer Zielstellungen.
Mit der implizierten ethischen Relevanz dürften die vorgelegten wissenschaftshistorischen Erkenntnisse zu „Sexualität und Judentum“ durchaus auch in und für die aktuelle Debatte um medizin-, speziell sexualethische Aspekte dienlich sein.

Inhaltsverzeichnis

Caris-Petra Heidel
Sexualität und Judentum. Einführung in das Tagungsthema

Samuel Kottek
Regeln des Sexuallebens im Judentum

Levi Israel Ufferfilge
Adam, Eva und Androgynos – von Zwei- und Mehrgeschlechtlichkeit im rabbinischen Diskurs

Matthias Morgenstern
Talmudische Konzeptionen von Homosexualität

Peter Joel Hurwitz
Rund um Schwangerschaft und Geburt mit dem jüdischen Religionsgesetz

Sarah Werren
Wer ist die jüdische Mutter? Der halachische Diskurs um Mutterschaft und Eizellspende im orthodoxen Judentum

Thomas Müller
Sexualität, Jungfräulichkeit und eine fast forensische Frage: Über eine angeklagte Braut in Qumran

Ekkehard W. Haring
„[…] fremdes unreines, dem dunkelsten Völkerchaos entsprungenes Blut“. Literarische Anamnesen des Blutes in der Zeit des deutschen Kaiserreichs

Gerhard Baader
Julius Tandler und seine „Gesundheitliche Beratungsstelle für Ehebewerber“ in Wien

Daniel S. Nadav
Proletarische Geburtenregelung als politische Waffe? Julius Moses und der „Gebärstreik“ 1912/14

Gerald Kreft und Ulrich Lilienthal
Und ewig lockt die „Rassenhygiene“? Genetische Heiratsvermittlung durch Dor Yeshorim

Andreas D. Ebert und Arin Namal
Prof. Dr. med. Wilhelm Gustav Liepmann (Danzig, 1878 – Istanbul, 1939) und seine Pioniertätigkeit auf dem Gebiet der physischen und psychischen Gesundheit der Frau

Ingrid Kästner
Prof. Dr. med. Felix Otto Skutsch (1861–1951) als Frauenarzt und akademischer Lehrer

Andreas Mettenleiter
„Der lüsterne Arzt?“ – „Rassenschande“-Vorwürfe gegen Mediziner im Dritten Reich. Versuch einer fallgeschichtlichen Annäherung

Jürgen Nitsche
„… als Sexualneurastheniker gelten muss“. Der Fall Dr. Curt Berliner. Nicht nur eine Geschichte von „fortgesetzter Rassenschande und Abtreibung“

Wolfgang Kirchhoff
Sexualwissenschaften und Sexualberatung in der Weimarer Republik

Inge Stephan
Beiträge zum „ABC sexuellen Wissens“. Charlotte Wolff (1897–1986) in Berlin, Paris und London

Andreas Peglau
Unbewusstes, Orgasmus, Revolution. Der „linke“ Psychoanalytiker und Sexualreformer Wilhelm Reich in Berlin, 1930 bis 1933

Ayelet Cohen and Astrid Ley
Sexual abuse, sexual assault and rape of Jewish women, men and children during the Second World War

Caris Petra Heidel
Caris-Petra Heidel, geb. 1954, ist Medizinhistorikerin und Direktorin des Instituts für Geschichte der Medizin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus an der TU Dresden.
 
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