Über die Lebensumstände und Arbeitserfahrungen von Diakonieschwestern in der DDR ist wenig bekannt. Diese Studie basiert auf Interviews mit Frauen, die als Mitglieder einer protestantisch geprägten Pflegeorganisation dort tätig waren. Schwestern aus sehr unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen kommen zu Wort und berichten aus der Zeit der Nachkriegsjahre bis zur Wende 1989. Ein wichtiger Beitrag zur Geschichte der Pflege, zur diakoniehistorischen Forschung sowie zur Alltagsgeschichte der DDR.
»Der Autorin ist ein überaus interessanter Einblick in ein bisher kaum beachtetes Gebiet der DDR-Geschichte und des sozialen Protestantismus gelungen. Vor allem denjenigen, die das Leben in der DDR nicht selbst kennen gelernt haben, bietet sich so eine Möglichkeit, Kenntnisse über den dortigen Alltag zu erwerben und Verständnis für die besonderen Lebensleistungen der Diakonieschwestern zu entwickeln. Dem Buch ist daher eine große Verbreitung insbesondere unter jüngeren Lesern zu wünschen.« (A. Büttner, Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 2/2017)
Ulrike Gaida
Ulrike Gaida ist Krankenschwester und Historikerin. Sie war viele Jahre Dozentin in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin. Nach dem Studium der Geschichtswissenschaften in Berlin, Edinburgh und Bielefeld erschienen von ihr Publikationen zur Geschichte der Krankenpflege, zuletzt im Mabuse-Verlag "Diakonieschwestern. Leben und Arbeit in der SBZ und der DDR".
In der Bundesrepublik Deutschland wurden Arzneimittel an Heimkindern getestet, um sozial erwünschtes Verhalten oder Sedierung zu erreichen. In teils systematischen Versuchen wurden neben Neuroleptika etwa Präpa
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rate gegen Bettnässen, zur Gewichtsreduktion oder Triebdämpfung eingesetzt. Sylvia Wagner recherchierte dazu in Prüfberichten, Dokumenten aus pharmazeutischen Unternehmen und Bewohnerakten einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung. Sie zeichnet ein bedrückendes, doch authentisches Bild dieser bisher kaum untersuchten Problematik – von Opfern und Tätern, ökonomischen und gesellschaftlichen Interessen und Gegebenheiten.Dieses Buch ist ein wichtiger Beitrag zur Medizingeschichte. Es wirft Licht auf ein verdrängtes Kapitel der deutschen Nachkriegszeit und trägt zur Aufarbeitung von Gewalt in der damaligen Heimerziehung bei.