Heilen oder Behandeln?

Reflexionen zu ärztlichem Wirken heute

Stephan Heinrich Nolte
22,00 €
  • Verlag: Mabuse
  • Erscheinungsjahr: 2022
  • Bestellnummer: 202620
  • ISBN: 9783863216207
  • vorgemerkt, erscheint 2. Quartal 2022

Wer zum Arzt geht, erwartet Heilung. Enttäuscht stellen viele Patient:innen fest, dass die Medizin zwar Behandlungen anbieten kann, wir aber letztendlich auf die Selbstheilungskräfte des Organismus angewiesen sind. Der Arzt ist heute zu einem „Leistungs-
erbringer“ in einem fragwürdigen und kostenintensiven Gesundheitswesen geworden.
Gesundheit kann man – nach wie vor – nicht kaufen. Wir können stattdessen selbst aktiv werden, um unserem Körper etwas Gutes zu tun – während medizinische Vorsorgemaßnahmen häufig eher der Früherkennung als der Verhinderung von Erkrankungen dienen. Neben der Erkennung und Behandlung sollte daher ein zentraler Fokus auf den Weg der alltäglichen Gesunderhaltung gelegt werden. Stephan Heinrich Nolte, selbst seit 30 Jahren niedergelassener Kinderarzt, reflektiert, kritisiert und bietet Orientierungshilfen, was wirklich wichtig und sinnvoll für die Gesundheit ist.

 

Inhaltsverzeichnis

Leseprobe

Kapitel 1: Heilen und Heiler
Kapitel 2: Heilungshindernisse
Kapitel 3: Schlaglichter auf unser Gesundheitswesen
Kapitel 4: Empört euch!
Kapitel 5: Medizin im Kontext: Placebo oder Nocebo?
Kapitel 6: Un-Heil: Wie Corona den Gesundheitsbegriff verändert

Aus dem Vorwort
Behandeln und heilen werden oft verwechselt. Ein Arzt kann zwar behandeln, aber nicht heilen. Er kann Voraussetzungen zum Heilen schaffen, indem er Heilungshindernisse erkennt und behandelt, er kann aber auch Heilung behindern und unwissentlich Selbstheilungsprozesse stören. Was Ärzt:innen üblicherweise leisten, ist, Symptome zu lindern, Erleichterung zu schaffen, um Schlimmeres zu verhüten; etwa den Blutdruck senken, um einen Schlaganfall zu verhindern. Den Blutdruck „heilen“ können sie nicht, aber Voraussetzungen zur Selbstheilung schaffen: diätetische Maßnahmen, Bewegungsförderung, Stressreduktion erklären, Rauchen aufgeben etc. Wir alle wissen, wie hilflos und rudimentär diese essenziellen Maßnahmen bleiben, und wieviel leichter es ist, zu einer Pille zu greifen. Mit Heilen hat das indes wenig zu tun, wohl aber mit Behandlung.
Dieses Buch beschäftigt sich mit dem Heilen im Unterschied oder in der Gegenüberstellung zum Behandeln. Heilen hat, bei aller Selbstverständlichkeit, mit der dieser Begriff als Umschreibung ärztlicher Tätigkeit benutzt wird, aber auch den Hauch des Esoterischen, Alternativen. Es ist paradox: Wenn von einem Heiler gesprochen wird, meint man in der Regel damit nicht den Arzt, sondern den Geistheiler, den Handaufleger oder Steinheiler, von denen sich die „Heilberufe“ in aller Regel abgrenzen.

 

Stephan Heinrich Nolte
Stephan Heinrich Nolte, geb. 1955, Dr. med., ist seit 30 Jahren als Kinder- und Jugendarzt in Marburg niedergelassen. Nach seiner Facharztausbildung war er Oberarzt in Marburg und trägt mittlerweile die Zusatzbezeichnungen Neonatologie, Psychotherapie, Homöopathie und Palliativmedizin. Neben Lehraufträgen an der Universität Marburg ist er auch als Fachjournalist, Kolumnist und Buchautor tätig.
 
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